Heute war ein richtiger Tag zum Rasten. Kein Stress, kein weiter Radweg, keine 22.000 Höhenmeter – sondern nur wir, die Stadt und ganz viel Beobachten. Und dabei ist uns so viel aufgefallen, was hier in Taiwan einfach ganz anders läuft als bei uns in Österreich.
Aber von Anfang an:
Wir haben ausgeschlafen – und zwar so richtig. Kein Wecker, keine Pläne. Einfach liegen bleiben. (Und ich hab Kosi sogar bis 8:15 Uhr schlafen lassen). Und dann: Frühstück im Hotel. Ich hab mich schon so drauf gefreut!! Endlich wieder ein Frühstück. Doch... naja. Statt gemütlichem Buffet mit Kaffee, Tee und Croissants bekamen wir einen Coupon für „Mos Burger“, so eine Art asiatischer McDonald's um die Ecke. Dort gab’s dann zwei Burger und zwei künstlich schmeckende Orangensäfte – kein Kaffee, kein Tee. Einfach... das war’s. Ich war etwas enttäuscht, muss ich ehrlich sagen. Da vermisse ich wirklich ein gutes Frühstücksbuffet 🙈
Ich hab mir dann noch beim Früchtestand einen Apfel geholt 🍎 und bei der Bäckerei nebenan ein Rosinenweckerl – so gut. Danach spazierten wir noch ein bisschen gemeinsam durch die Gegend, bevor wir uns für ein paar Stunden aufteilten.
Kosi machte sich auf den Weg in die Anime-Shops (no surprise there) und ich wollte nochmal richtig Taipei erleben – also: Taipei 101.
Der Taipei 101 ist das bekannteste Gebäude des Landes – 508 Meter hoch, war bis 2010 sogar das höchste Gebäude der Welt. Heute ist er vor allem ein Shopping-Tempel. Rundherum sind riesige Einkaufszentren, internationale Marken, Cafés, Souvenirshops und – natürlich – viele, viele Touristen. Ich hab mich durch vier verschiedene Malls treiben lassen, einfach nur gebummelt, geschaut, eingetaucht in die taiwanesische Konsumwelt. Ein ziemlicher Kontrast zum Radfahrerinnenleben der letzten Wochen. Und eine komplette Reizüberflutung!
Nach vier Stunden trafen wir uns bei der Taipei Main Station wieder. Ich mit einem neuen Pulli (praktisch UND kuschlig), Kosi... mit einer Tüte voller Anime-Figuren. Sein Blick sagte alles: Freude. Und gleichzeitig so ein leicht schlechtes Gewissen. Ich fragte: „Was machst du mit drei Figuren während der Weltreise?“ Er: „Weiß ich noch nicht - mitnehmen?“ Typisch Kosi.
Danach suchten wir uns ein Restaurant – und fanden ein kleines Lokal mit vegetarischem Curry und Reis. Einfach, lecker, warm – genau richtig.
Dann ging’s zurück zur Unterkunft, aber nicht zum Chillen – Wäsche waschen stand an. Also alles eingesammelt und zum Waschsalon spaziert. Einmal alles vorbereiten, bevor es bald weitergeht.
Für den Abend holten wir uns noch Snacks: Kosi eine Pizza, ich ein Matcha-Eis (natürlich!) und einen Joghurt. Alles wurde dann im Zimmer gegessen – mit müden Beinen und vollem Bauch. Heute noch Rucksack packen? Nope... da sind wir eindeutig zu müde. Das ist ein Thema für morgen. (zum Glück haben wir keinen Flug in aller Früh).
Und jetzt noch ein paar Taiwan-Facts, die uns heute (wieder mal) so richtig aufgefallen sind – kleine Kulturschocks im Alltag, die Österreich und Taiwan sooo unterschiedlich machen:
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Maskenpflicht ist hier nicht Pflicht, aber trotzdem Standard. Fast alle tragen Maske – auch draußen, auch allein - sogar die Kinder!
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Klopapier gehört nicht ins Klo, sondern in den Mülleimer – steht auch überall dabei. Anfangs gewöhnungsbedürftig, aber man lernt’s. Es mag vielleicht umweltfreundlicher sein, aber ich finde es trotzdem komisch und etwas unhygienisch wenn sich dann neben dem Klo im Eimer benutztes Papier stapelt
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Geschäfte machen oft erst ab 11 Uhr auf – und schließen dafür meist um 21 Uhr. Früh shoppen? Nicht möglich.
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Kaffeehäuser wie bei uns? Fast keine. Dafür gibt’s überall kalte Tees – ungesüßt, in eigenen Behältern, mit oder ohne Kräutern. Und wenn man "no sugar" sagt, dann sind alle so verwundert, denn das kennt man hier anscheinend nicht - es wird alles versüßt.
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Frühstückslokale sucht man vergeblich. Stattdessen gibt’s viele Straßenstände mit Suppe, Fleisch-Sandwiches oder Dumplings – alles to go.
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Regenschirme to go! Kein Witz – bei manchen Stationen kann man sich gratis einen Schirm ausleihen und bei der nächsten Station wieder abgeben. Wie Leihscooter, nur netter.
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Matcha ist hier alles. Matcha-Eis, Matcha-Tee, Matcha-Kuchen, Matcha-Waffeln, sogar Matcha-Nudeln. Matcha-Level: 1000.
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Mochi mit roter Bohne & Erdbeere ist gerade mega im Trend – hab ich probiert. Geschmack: interessant. Textur: gewöhnungsbedürftig.
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Öffentliche WCs gibt’s viele – sauber, kostenlos, einfach zugänglich. Traum.
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Englisch? Vergiss es. Selbst in der Hauptstadt verstehen viele nicht mal „Hello“. Aber sie lächeln, helfen, deuten – und das reicht.
Morgen geht’s für uns weiter – neuer Ort, neue Etappe der Reise.
Heute aber: noch ein bisschen chillen, noch ein bisschen Matcha-Eis und vielleicht... kein Burger-Frühstück mehr.
Bussi Baba,
Kosanni
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Kommentare
Hallo, ihr beiden Lieben,
Diesen Chill-Tag habt ihr euch redlich verdient!
Sind schon neugierig, welches Frühstück euch in Tokio erwartet 🙃
Recht gute Reise und eine super interessante Zeit in Japan.
Bussi und Baba 😘🤗😘🤗